Betriebliches Gesundheitsmanagement

21. Nov 2021

Interview mit Monika Suter – BGM-Consultant bei Lifetec

Monika Suter hat im Mai 2022 im Consulting der Lifetec AG begonnen. Sie bringt vielfältige Erfahrungen im Rettungsdienst, als Fitnessinstruktorin, Sport-Mentalcoach und als Betriebliche Mentorin mit eidg. Fachausweis mit. Mit ihr erweitern wir unser umfassendes Consultingangebot zu Gesundheitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz (HSE) gezielt im Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). In unserem Interview stellt sie das Thema BGM vor und erklärt, wie BGM in Unternehmen erfolgreich eingeführt werden kann.

Monika, Du bist ursprünglich Rettungssanitäterin. Wie ist es dazu gekommen, dass Du dich dem Thema BGM zugewandt hast?

Das Arbeiten mit dem Menschen im Mittelpunkt hat mich schon immer fasziniert. In 20 spannenden Jahren in verschiedenen Rettungsdiensten der Schweiz konnte ich viel medizinisches Know-how erwerben. Bezüglich Ganzheitlichkeit fehlte für mich aber noch der mentale Aspekt, den ich mit der Ausbildung zur Betrieblichen Mentorin mit eidg. FA nun abdecken kann. Ich habe eine passionierte Affinität zum Sport. Darum habe ich mich ebenfalls zum Sport-Mentalcoach ausgebildet. Damit steht mir nun eine 360-Grad-Perspektive und ein fundierter „Arbeitsrucksack“ für das vielseitige Thema BGM zur Verfügung.

Viele Unternehmen beschäftigen sich mit BGM. Was sind die Gründe dafür, dass dieses Thema heute einen höheren Stellenwert hat als noch vor ein paar Jahren?

Vieles beginnt mit der Wahrnehmung. Der Mensch mit seinen ganzheitlichen Bedürfnissen steht heute auch im betrieblichen Kontext mehr denn je im Mittelpunkt. Die Work-Life-Balance ist für viele ein zentrales Thema. Im BGM geht es neben der Sicherheit der Mitarbeitenden vor allem um ihre Gesundheit und das Wohlbefinden. Es geht darum, Handlungsbedarf aufzuzeigen und diesen gleichzeitig in ein positives Licht für die Verantwortlichen und die Unternehmung zu stellen. BGM hilft, WIN-WIN-Situationen zu schaffen. Die Lösungen sollen pragmatisch und geschäftsorientiert sein und systematisch umgesetzt werden.

Manche denken beim Thema BGM vor allem an Früchtekörbe und Wasserspender. Was alles umfasst BGM?

Der Apfeltag und das gratis Wasser sind „alte BGM-Hüte“. Sie sind heute allerhöchstens noch ein Teil der sogenannten Betrieblichen Gesundheitsfördernden Massnahmen (BGF). BGM ist das übergeordnete Gesamtsystem und umfasst viel mehr: Erste Hilfe, physische Gesundheit, Ergonomie und mentale Gesundheit. Dabei sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Ob Essenscoupons, Rabatte in Fitnesscentern, interne Weiterbildungen, Creative Days, Gesundheitschecks. Alles, was zum Leitbild eines Unternehmens passt, geht.

Was empfiehlst Du Unternehmen, die ein BGM neu einführen möchten?

Die Grundvoraussetzung ist die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden. Unternehmen müssen verstehen, dass sie sich jeden Tag bei ihren Mitarbeitenden neu bewerben. Das einzig Beständige ist der Wandel und daher ist ein intaktes, tragfähiges Team umso entscheidender. Gesunde und motivierte Mitarbeitende, die flexibel agieren können, sind das Kapital eines jeden Unternehmens. Es lohnt sich deshalb, ihrer Gesundheit Sorge zu tragen. Starten sollte man immer mit einer guten Analyse der Ist-Situation, zum Beispiel mit einem BGM Quick-Check. Externe BGM-Fachpersonen können dabei helfen, die entsprechenden BGM-Strukturen systematisch zu eruieren und entsprechend einzuführen.

Nicht alle BGM-Projekte sind erfolgreich. Woran scheitern Unternehmen typischerweise?

Vielfach scheitert es an der Kommunikation. Benötigt wird eine Kombination von top-down und bottom-up-Ansätzen, ein Kommunikationskreislauf. Adressatengerechte Kommunikation ist ein Erfolgsfaktor. Die Hauptgesprächspartner zum Thema BGM sind die Führungskräfte der betreffenden Organisation. Das Commitment des Managements ist essenziell für ein erfolgreiches BGM.

Voraussetzungen für ein erfolgreiches BGM sind:

  • Trends & Strategien müssen zum Unternehmen passen
  • BGM soll als ganzheitlicher Kreislauf und nicht linear von A-Z verstanden werden
  • Der Erfolg soll mit relevanten Kennzahlen bezogen auf das definierte Ziel laufend gemessen werden

 

Welchen Nutzen hat BGM für Unternehmen? Gibt es konkrete Zahlen darüber?

Gesundheitsmanagement spart Kosten und erhöht den Output. Kosten durch Absenzen, d.h. indirekte Lohnfortzahlungen, Mehrbelastung im Team, Produktionsausfälle, Lieferverzögerungen und Know-how-Verlust, werden um 20% reduziert. Auf der anderen Seite steigt generell das Leistungspotenzial der Angestellten. Studien* kommen für die Schweiz zu folgenden Ergebnissen:

  • 29% der Betriebe in der Deutschschweiz haben eine systematische BGM-Umsetzung
  • 30% der Arbeitnehmer fühlen sich «gestresst» (Job-Stress-Index)
  • Bei den KMU gibt es noch viel Potenzial im BGM, da sie über weniger Fachexpertise und wenig Zeit verfügen
  • Geschätzte 6.5 Milliarden CHF jährliche Einsparungen mit BGM wären möglich


*Quellen:

Füllmann, D., Schönholzer, T., Flükiger, N., Nauser, O., Jenny, G., Jensen, R. & Krause, A. (2021). Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Schweiz: Monitoring-Ergebnisse 2020. Arbeitspapier 54. Bern und Lausanne: Gesundheitsförderung Schweiz.

Ulshöver, C. & Jensen, R. (2022). Job-Stress-Index 2022: Monitoring von Kennzahlen zum Stress bei Erwerbstätigen in der Schweiz. Faktenblatt 72. Bern und Lausanne: Gesundheitsförderung Schweiz.

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